Schnarchen - Diagnostik und Therapie in Berlin

 

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Problem, auf das der „Schnarcher“ im Allgemeinen von seiner Umgebung aufmerksam gemacht wird. Bekannt und nachvollziehbar ist, dass es höchst unangenehm ist, von den Schnarchgeräuschen seines Zimmer- oder Bettgenossens am Schlafen gehindert zu werden. Dies kann auch zu einem deutlichen Abstrich an Lebensqualität und natürlich gesundheitlicher Belastung führen. Weitgehend unbeachtet bleibt jedoch die Gefahr für die Gesundheit des Schnarchenden selbst. Geht man davon aus, dass beim Schnarchen Geräuschpegel von 80 bis 100 dB erreicht werden können, so kann man sich vorstellen, dass der Geräuschverursacher selbst nie richtig in den Schlaf findet und dementsprechend vielleicht zwar lange, aber aufgrund fehlender Teifschlafphasen (REM-Schlaf) keine Erholung findet. Das spiegelt sich z.B. in einer gesteigerten Tagesmüdigkeit und verringerter Leistungsfähigkeit wieder. Deutlich ernster wird die Situation für den Schnarcher, wenn sich Atemaussetzer dazugesellen. Das Schlafapnoe-Syndrom ist nicht mehr nur als Befindlichkeitsstörung, sondern als wirkliche Krankheit einzustufen, da hier das Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfälle deutlich zunimmt. Ein sicheres Zeichen für eine Schlafapnoe sind übrigens sogenannte Arousals, Momente, in denen der Schnarcher nach einer längeren Apnoephase hochschreckt und tief und geräuschvoll Luft holt. Eine alleinige Ruhephase, in der man den Schnarcher nicht hört, ist eher kein sicheres Zeichen.

Symptom Schnarchen nicht unterschätzen

Wichtig ist, dass man das Symptom Schnarchen nicht unterschätzt und sich nicht damit zufrieden gibt, auf die Wohnzimmercouch umzuziehen. Wichtig ist, dass man die Qualität und den Schweregrad des Schnarchens abklärt, um den Schnarcher vor Schaden in der Zukunft zu bewahren. Erster Schritt der Diagnostik ist die sogenannte Polygraphie. Die Polygrafie wird von Lungenärzten und HNO-Ärzten angeboten. Dadurch kann man leicht und ambulant ein störendes Schnarchen von einem therapiebedürftigen Schlafapnoe-Syndrom unterscheiden. Alles, was nötig ist, ist eine Nacht mit diversen Kabeln am Körper zu verbringen. Der Computer wertet dann die Befunde aus und man weiß, in welche Richtung es geht. Sollte ein relevantes Schlafapnoe-Syndrom bestehen, geht die Diagnostik in Richtung Somnographie (stationäre und ausführlichere Polygraphie) weiter und endet eventuell mit der Verordnung einer Schlafmaske (C-PAP). Dies ist übrigens auch die einzige Therapie bei Schnarchen, deren Kosten von den Versicherungen getragen wird.

Bei leichteren Fällen können chirurgische Maßnahmen zu einer deutlichen Verbesserung oder sogar zum Verschwinden des Symptoms Schnarchen führen. Man muss sich vorstellen, dass Schnarchen immer etwas mit Atmen zu tun hat und Atmung immer mit möglichst geringem Kraftaufwand funktionieren sollte. Das heißt, die Luft sollte mit geringer Geschwindigkeit durch die Atemwege fließen, große Mengen Luft müssen dabei auch gar nicht transportiert werden. Viele Menschen haben aber das Problem, dass sich gerade im Liegen die oberen Atemwege verengen. Dazu gehören die Nase, in der sich die Nasenschwellkörper durch einen vermehrten Blutstau im Kopf (der Kopf ist unten) maximal mit Blut füllen und die Nasen verstopfen, und die Rachenwände, die die Tendenz haben auszuleiern und somit schneller in sich zusammenfallen. Ebenfalls spielt die Zunge eine Rolle, die im Schlaf nach hinten fällt und die Atemwege verengt.

Schnarchen - Schnarchtherapie

Wie kann man helfen? Um die Blockade der Nase zu verhindern, bietet sich ein laserchirurgischer Eingriff an den Nasenschwellkörpern an, um diese zu verkleinern. Der Eingriff ist schonend und wird von uns ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt. Außer einem leichten Schnupfengefühl sind keine besonderen Beschwerden nach dem Eingriff zu erwarten, so dass man im Alltäglichen nicht gestört wird. Allerdings führen wir den Eingriff zweizeitig durch, d.h. erst die eine und nach etwa 6 bis 8 Wochen die andere Seite, damit die Nasenatmung durch Wundbelagbildung und Verschleimung möglichst wenig behindert wird. In 20 bis 30 % der Fälle ist diese Therapie ausreichend und bringt gute bis sehr gute Erfolge. Bei schwereren Fällen führen wir unterschiedliche Eingriffe am Gaumensegel und Zäpfchen durch, mit denen man ein Versteifungs- und Raffeffekt erzielen kann, um das Gaumensegel vom Flattern abzuhalten. In der Kombination dieser Therapiemaßnahmen erreichen wir in etwa 65 % der Fälle eine deutliche Beschwerdeverbesserung. Weitere Therapierfolge können im Anschluss in der Zusammenarbeit mit Zahnärzten und dem Einsatz von Prognathie-Schienen erreicht werden.